Diazepam (Valium®) wird sowohl bei Hunden als auch bei Katzen vielseitig eingesetzt und ist ein häufig verwendetes Medikament. Diazepam ist wirksam als Anti-Angst-Medikament, Muskelrelaxans, Appetit-Stimulans und als Medikament zur Kontrolle der Anfallsaktivität.

Diazepam (Valium®) Verwendungen bei Hund und Katze

Aufgrund der unterschiedlichen Wirkungen von Diazepam kann es zur Behandlung einer Vielzahl von Erkrankungen eingesetzt werden.

  • Es wird manchmal verwendet, um Anfälle und Epilepsie zu bekämpfen, insbesondere bei Katzen. Es wird auch verwendet, um den Status epilepticus (einen nicht endenden Anfall) oder Cluster-Anfälle (zwei oder mehr Anfälle, die in kurzer Zeit auftreten und Ihrem Haustier keine Erholung zwischen Anfällen ermöglichen) zu kontrollieren. In diesen Fällen kann es intravenös in der Tierklinik oder rektal vom Tierhalter zu Hause vor dem Transport in eine Notaufnahmeeinrichtung verabreicht werden.
  • Diazepam kann zur Behandlung von Muskelkrampfstörungen wie „Scotty-Krampf“ verwendet werden.
  • Das Reizdarmsyndrom wird manchmal mit Diazepam behandelt, um Schmerzen und Beschwerden zu lindern.
  • Schmerzen aus Quellen wie Bandscheibenerkrankungen („Bandscheibenvorfall“ im Rücken) werden manchmal auch mit Diazepam behandelt.
  • Katzen mit urethralen (Harn-) Blockaden können ebenfalls von der Schmerzlinderung und den muskelrelaxierenden Wirkungen von Diazepam profitieren.
  • Diazepam wird häufig als Appetitanreger eingesetzt. Seine Verwendung ist besonders bei Katzen üblich. Die sedativen Wirkungen von Diazepam negieren jedoch häufig die Appetitstimulation, und es kann andere Medikamente geben, die geeigneter als Appetitanregungsmittel verwendet werden.
  • Diazepam wird auch zur Behandlung von Angst- und Panikstörungen angewendet. Beispiele hierfür sind Katzen, die infolge von Stress in der Umgebung außerhalb der Katzentoilette urinieren, und Hunde, die unter Gewitterangst, Feuerwerkskörpern oder anderen Situationen leiden.
  • Bestimmte Toxizitäten, die zu Zittern, Krampfanfällen oder anderen anormalen Muskelkontraktionen führen, können auch von einer Behandlung mit Diazepam profitieren.
  • Diazepam wird auch häufig in der Tierklinik als Teil des Anästhesieprotokolls verwendet.
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Überlegungen zur Verwendung von Diazepam bei Hunden und Katzen

Diazepam kann mit vielen verschiedenen Medikamenten interagieren, einschließlich Antazida wie Cimetidin (Tagamet®), Herzmedikationen wie Propranolol und Digoxin, Antibiotika wie Erythromycin, Antipilzmedikamenten wie Ketoconazol und anderen Medikamenten. Wenn Diazepam zusammen mit diesen Medikamenten angewendet werden muss, muss die Dosierung möglicherweise geändert werden. Machen Sie Ihren Tierarzt immer auf andere Medikamente aufmerksam, die Ihr Haustier erhält.

Diazepam sollte nicht bei schwangeren oder stillenden Frauen angewendet werden. Das Medikament kann die ungeborenen Föten oder die stillenden Welpen oder Kätzchen beeinträchtigen.

Bei Katzen kann es zu Leberversagen als Folge der Anwendung von Diazepam kommen. Blutuntersuchungen zur Beurteilung der Leberenzyme Ihrer Katze sollten vor dem Beginn von Diazepam und einige Tage nach Beginn des Arzneimittels durchgeführt werden. Wenn es zu einem Anstieg der Leberenzyme kommt, sollte Diazepam abgesetzt werden.

Wenn Ihr Haustier Diazepam erhalten hat, ist es keine gute Idee, das Medikament plötzlich abzusetzen. Dies kann zu Entzugserscheinungen führen.

Diazepam sollte bei aggressiven Tieren mit Vorsicht angewendet werden, da es manchmal zu einer widersprüchlichen Reaktion kommen kann, bei der das Tier tatsächlich aufregbarer und schwieriger zu handhaben ist.

Quelle: Plumbs Veterinary Drug Handbook, 6. Auflage, Donald C Plumb